Beethoven und Strawinsky

Der Abend des 15.3.18 stand ganz im Zeichen von Beethovens wohl lebensbejahendster Symphonie, der 7., und Strawinkskys "Le Sacre du Printemps".
Beethoven begann mit der Komposition seiner 7. Symphonie im Jahre 1812, also zu der Zeit, als Napoleon nach der Unterwerfung der europäischen Völker seinen Feldzug nach Russland plante, der bekanntermaßen scheiterte. Der Komponist selbst dirigierte die Uraufführung dieser mitreißenden Symphonie im Rahmen eines Benefizkonzerts zugunsten der antinapoleonischen Kämpfer. Damals wie heute ist die 7. Symphonie ein außerordentlich großer Publikumserfolg und riss auch uns mit. Das bewegende Allegretto (2. Satz) wurde im Film "The King´s Speech" für die Schlüsselszene verwendet, in der der stotternde König George VI seine Sprechangst besiegt und sein Volk über Radio zum Durchhalten gegen die Nazis aufruft. 
 
Ein damals als Skandalwerk empfundenes Stück hörten wir nach der Pause: Le Sacre du Printemps, eigentlich Musik für Ballett, hier konzertant aufgeführt. Zum Inhalt: Eine archaische Gemeinschaft feiert ein Frühlingsopfer. Es werden verschiedene Tänze aufgeführt, die von unterschiedlichen Gruppen innerhalb der Gemeinschaft gezeigt werden, von Jungen und Alten, von Männern und Frauen. Tranceartig steigert sich das Geschehen mit immer wilderen Tänzen, bis schließlich eine Jungfrau, die Auserwählte, geopfert werden soll. Die Musik zog uns sofort in ihren Bann und ließ uns bis zum infernalisch wirkenden Finale nicht mehr los. Der russiche Dirigent der Münchner Philharmoniker, Yuri Gergiev, überzeugte uns alle mit seiner Interpretation der Musik, die unheimlich, unwirklich und brutal wirkte.