"Frühlings Erwachen" von Frank Wedekind

 

Ein nicht ganz einfaches Stück stand am 26.4.18 in der Schauburg, dem Theater für die Jugend in München, auf dem Programm: Wedekinds Skandalstück "Frühlings Erwachen".

Es geht in diesem Stück um das Schicksal dreier Jugendlicher Ende des 19. Jahrhunderts. Das Mädchen Wendla wird von seinem Schulkameraden Melchior schwanger und stirbt an der von ihrer Mutter veranlassten Abtreibung. Für seinen Freund Moritz schreibt Melchior die Schrift "Der Beischlaf" und wird dafür der Schule ver- und in eine Erziehungsanstalt eingewiesen. Moritz ist von der Lektüre des Buches sehr verstört. Außerdem befürchtet er, den Ansprüchen seines Vaters nicht gerecht zu werden und das Klassenziel nicht zu ereichen, weswegen er sich das Leben nimmt. Auch Melchior ist am Ende zutiefst verzweifelt und denkt an Selbstmord, wird aber von einem "vermummten Herrn", der für das unzerstörbare Leben steht, von den Gräbern Wendlas und Moritzens weggezogen.

Wedekind kritisierte die Moral und den hohen Leistungsdruck der wilhelminischen Gesellschaft. Er brach mit Tabus und brachte die Themen Homoerotik, Beischlaf und Masturbation auf die Bühne. Erst 70 Jahre nach seiner Entstehung konnte das Werk in den 1960er Jahren ungekürzt und unzensiert gezeigt werden.

Wir waren von der zweistündigen Inszenierung und der Kunst der jungen Schauspieler sehr begeistert, wie auch das gesamte Publikum im ausverkauften großen Saal.

 

https://www.schauburg.net/de/fruehlings-erwachen