„Das ist euer Friday for Future!“

Glückwunsch und alles Gute für die Zukunft: An Holzkirchens Realschule verabschiedete Schulleiter Joachim Fischer die Absolventen. Es war der beste Abschlussjahrgang, seit er die Leitung der Schule vor neun Jahren übernommen hat. Foto: Thomas Plettenberg

Einiger hätten sich Rektor Joachim Fischer und Bürgermeister Olaf von Löwis anlässlich der Abschlussfeier der Oberland Realschule in Holzkirchen nicht sein können. „Das ist euer Friday for Future!“, sagten beide. Mit einem gleichermaßen feierlichen wie unterhaltsamen Festakt verabschiedeten sie die Absolventen, die mit einem Gesamtschnitt von 2,79 und zwölf Zeugnissen mit einer Eins vor dem Komma den besten Jahrgang stellten, seit Fischer vor neun Jahren als Leiter an die Schule kam.

Ein guter Lehrer müsse seine Schüler lehren, wie sie ohne ihn auskämen, zitierte er den französischen Schriftsteller Andre Gide und ermunterte seine flügge gewordenen Schützlinge, an sich zu glauben und nicht vor Entscheidungen zurückzuschrecken. Es sei nicht schlimm, auch mal einen falschen Weg einzuschlagen – es gebe immer die Möglichkeit, sich zu korrigieren. Manchmal wisse man als junger Mensch noch gar nicht, welche Kräfte in einem schlummern. Die gelte es, voll Zuversicht zu entdecken.

Sichtlich stolz war er nicht nur angesichts des guten Abschneidens mit insgesamt 97,3 Prozent bestandener Prüfungen. „Ein paar gab es, die noch ein bisschen besser sind“, stellte er der Ehrung der Einser-Absolventen voraus und „freute sich als männlicher Schulleiter wahnsinnig“, dass die Spitzennoten heuer nicht überwiegend von Mädchen kamen. „Fast 50:50 – ich bin stolz auf Euch Jungs“, lobte Fischer und bekam dafür Unterstützung von Ulrike Stockmeier, die mit den Bürgermeisterkollegen Löwis und Andreas Hallmannsecker aus Valley zur Ehrung ihrer besten Schüler gekommen war.

Einige Geehrte hatte die Otterfingerin selbst noch als Rektorin an der Holzkirchner Grundschule an der Baumgartenstraße erlebt. Bürgermeisterin Barbara Bogner aus Sauerlach, die heuer keine Einser-Schüler belobigen konnte, betonte indes: „Zweier und Dreier sind genauso gut!“

Dass nicht nur Noten für die menschliche Bildung zählen, sondern auch viele Dinge, die nicht im Lehrplan stehen, war Fischer ein Anliegen zu betonen. Wie hoch das an der Realschule gehalten wird, fand in der abschließenden Ehrung besonders engagierter Schüler seinen Ausdruck. 16 junge Leute, die sich von Theatergruppe und Schulband über Sanitäter und Streitschlichter bis zur Feinschmecker AG einsetzten – viele von ihnen mehrfach aktiv – wurden mit einem besonderen Geschenk verabschiedet. Einige von ihnen hatte man zuvor schon bei eindrucksvollen musikalischen Darbietungen gehört.

Weithin bekannt sind die Ergebnisse der Holzkirchner Filmklassen. Am Freitag gab es nicht nur die Premiere des neuesten und erst am Vortag fertig gestellten Kurzfilms „Holzkirchens 21“. „Wenn wir schon eine Film-AG haben, kann ich meine Rede auch per Videobotschaft schicken“, ließ Elternbeiratsvorsitzende Martina Knoll aus Finnland wissen. Im Dirndl saß sie vor der finnischen Flagge und machte sich Gedanken zu Stillstand und Bewegungslosigkeit, welche die Absolventen nur kurz zum Verschnaufen nach den Prüfungen für sich reklamieren sollten. „Habt Mut und Vertrauen in Euch. Traut Euch und seid kreativ!“, rief sie ihnen zu und bekräftigte das mit dem Jugendwort 2014 „Läuft bei Dir!“

Schulleiter Fischer fühlte sich durch die gut vorgetragene Videobotschaft sogar an die Neujahrsansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel erinnert. „Das hat schon Format“, resümierte er, als er sich bei Eltern und Elternsprechern bedankte, dass man über diese lange Zeit miteinander und nicht gegeneinander gearbeitet habe. Das sei nicht selbstverständlich, und das Lehrerkollegium wüsste dies sehr wohl zu schätzen. Ebenso lobte er das Engagement des Landratsamts: „Schön, dass Bildung in unserem Landkreis etwas wert ist!“

 

Die Absolventen

Da die Realschule Oberland aus Datenschutzgründen die Namen ihrer Absolventen nicht bekannt gegeben hat, können wir an dieser Stelle nur auflisten, wer für ein besonders gutes Zeugnis geehrt wurde: Patricia Schober (1,27), Emily Hart (1,36), Marianne Kling und Gregor Bielefeld (1,45), Benedikt Blaeß (1,55), Florian Maier (1,58), Theresa Dieterich (1,62), Kilian Roth, Johanna Kreidl und Paula Kaluzinska (1,82), Hanife Jasharaj (1,83), Niklas Salvamoser (1,91) und Valentin Eder (1,92). Diese Namen hat die Realschule dann doch veröffentlicht.